Röhrwasser headeroverlay

Röhrwasser

Marktbrunnen0

Historisches Röhrwasser braucht Unterstützung

Verein bittet um Spenden zur Sanierung des Wittenberger Marktbrunnens

Der Verein „Gewerkschaft Altes und Neues Jungfernröhrwasser der Lutherstadt Wittenberg e.V.“ bittet um Spenden zur Sanierung des historischen Marktbrunnens. Der 1617 auf dem Marktplatz errichtete Röhrwasserbrunnen ist ein wichtiges Werk des sogenannten Manierismus, der Übergangszeit zwischen der Renaissance und dem Barock.

Inzwischen weist das Denkmal neben deutlichen Alterungs- und Verwitterungserscheinungen zahlreiche bauliche Schäden auf. Um den weiteren Verfall zu vermeiden, muss es dringend saniert werden. In diesem Zuge soll der Brunnen komplett rück- und wiederaufgebaut werden. Großes Augenmerk gilt dabei dem Erhalt und der Weiterverwendung der historischen
Bausubstanz. „Wichtig ist uns die Orientierung am historischen Urzustand des Brunnens“, sagt Oberbürgermeister Eckhard Naumann.

Die Kosten der Sanierung liegen bei rund 300.000 Euro. „Das können wir als Verein nicht stemmen“, so der Vereinsvorsitzende und Stadtwerkechef Hans-Joachim Herrmann. „Um das schöne Bauwerk zu erhalten, sind wir auf Spenden der Wittenberger angewiesen, die sich, ebenso wie wir, für den Erhalt des Röhrwasserbrunnens einsetzen möchten.“

Betrieben, gepflegt und instandgehalten wird das historische Röhrwasser-System von den Stadtwerken der Lutherstadt. „Auch wir als Unternehmen beteiligen uns finanziell an der Sanierung dieses einmaligen technischen Denkmals“, erklärt Herrmann. Gleichzeitig bittet er um weitere Unterstützung für den Marktbrunnen, der zum Jubiläumsjahr 2017 in neuem, alten Glanz
erstrahlen soll.

Spenden bitte an den Verein „Gewerkschaft Altes und Neues Jungfernröhrwasser der Lutherstadt Wittenberg e.V.“

Bankverbindung:
BIC NOLADE21WBL
IBAN DE69805501010000020532

Das Wittenberger Röhrwasser

Wittenberg, im Jahr 1180 erstmalig erwähnt, seit 1293 Stadt, Residenz der Askanier, dann der Wettiner – Herzöge und Kurfürsten von Sachsen – erhielt 1502 seine Universität (lesen Sie mehr zur Geschichte auf den Seiten der Lutherstadt Wittenberg).

Damals verliefen nur Bachläufe durch die Stadt, denen Frischwasser entnommen wurde. Über diese wurden aber auch Abwasser und Fäkalien entsorgten und der Elbe zugeführt.

Grundwasserbrunnen reichten nicht mehr aus

Es gab auch Grundwasserbrunnen, aber all dies reichte bei der zunehmenden Bevölkerungszahl und dem damit verbundenen Aufblühen des Gewerbes nicht aus. So sah sich der Kurfürst Johann Friedrich 1542 veranlasst, dem Bürgermeister Phillip Reichenbach und dem Amtmann Christoff Groß den Auftrag zum Bau einer Röhrwasserleitung zu erteilen. Damit sollte sein Schloß und die Festung Wittenberg versorgt werden. Andere Städte hatten bereits Röhrwasserfahrten, und so war ein erfahrener Brunnenmeister für dieses Unternehmen bald gefunden. Dieser erkundigte das Umland und fand im Norden eine ausreichende Quelle in der “Teucheler Flur”. Dort waren wasserstauende Schichten durch den Druck der vorletzten Eiszeit so gestaucht worden, dass sich in verdeckten Mulden Grundwasserseen bildeten, deren Überlauf das Quellwasser für das Schloßröhrwasser lieferte.

Aber auch die Bürger wollten Röhrwasser ohne von dem Kurfürsten abhängig zu sein. Deshalb schlossen sich 1556 sieben Bürger Wittenbergs zusammen und ließen auf der Bruder Annendorfer Mark eine Quelle fassen und das Wasser durch Holzröhren zu ihren Häusern leiten. Auf Grund des großen Interesses der Bürger am Röhrwasser musste 1559 eine weitere Quelle erschlossen werden. Diese beiden 1556 und 1559 gebauten Röhrwasserfahrten nannte man später “Altes Jungfernröhrwasser” und “Neues Jungfernröhrwasser”.

1625 entstand die vierte Röhrfahrt nach Ambrosius Rhode, einem Universitätsprofessor benannt, der diese Anlage bauen ließ. Auch die Schloßvorstadt hatte eine eigene Wasserversorgung. Von ca. 1691 bis 1791 versorgte das “Eiser oder saure Wiesen Wasser” sechs Interessenten.

Der Kurfürst beschäftigte zur Wartung seiner Anlage einen Röhrmeister. Die Bürger gründeten eine “Gewerkschaft” und stellten als ersten Röhrmeister Matthaeus Becher ein. Die Mitglieder dieses “Gewerkes” finanzierten mit ihren Beiträgen den Erhalt ihrer Röhrwasseranlage. Als Gewerke bezeichnete man nach dem Vorbild der Gewerke der Bergleute im Erzgebirge zweckgebundene Zusammenschlüsse der Bürger. Luther hat das Schloßröhrwasser noch kostenfrei genossen, und Melanchton bekam eine “Portion” ins Haus verlegt. Die beiden “Jungfernröhrwasser” arbeiten heute noch.

Es gibt natürlich auch heute noch Bürger, die das Röhrwasser betreuen, erhalten und bekanntmachen. Diese Bürger haben sich im Verein “Gewerkschaft Altes und Neues Jungfernröhrwasser e.V.” zusammengeschlossen. Derzeit hat der Verein 19 Mitglieder. Folgende Personen gehören dem Vorstand des Vereins an:

Hans-Joachim Herrmann – Vorsitzender
Berhard Rosenlöcher – Röhrmeister
Klaus-Dieter Herbst – stellvertretender Vorsitzender
Uwe Zander – Kassenwart
Katrin Schmidt – Schriftführer

Das Röhrwassersystem wird heute von den Stadtwerken Lutherstadt Wittenberg betreut.

Entwaesserungsbetrieb Lutherstadt Wittenberg

Baeder und Freizeit GmbH

Kommunalservice GmbH Lutherstadt Wittenberg

Lutherstadt Wittenberg

Gestaltung und technische Umsetzung: Systemhaus Wittenberg

www.systemhaus-wittenberg.de